19. Dezember 2025 | Rückblick
2025 war ein Jahr, in dem wir gemeinsam viel bewegt haben – und eines, das zugleich deutlich gemacht hat, wie wichtig eine menschenrechtsorientierte und solidarische Sozialpsychiatrie gerade in herausfordernden Zeiten bleibt. Wir sind ins Jubiläumsjahr „50 Jahre Psychiatrie-Enquête“ gestartet mit dem Bewusstsein, dass Fragen von Teilhabe, guter Versorgung und Schutzrechten heute so aktuell sind wie eh und je.
Ein besonderes Highlight war in dem Zuge im Juni die Tagung des Kontaktgesprächs Psychiatrie zum Enquête-Jubiläum. Die Diskussion und die an Ende verabschiedete Resolution haben erneut verdeutlicht: Wir arbeiten seit Jahrzehnten an diesen Fragen – und stehen weiterhin vor Hürden, die wir nur gemeinsam überwinden können.
Auch unsere Tagungen setzten wichtige Impulse: Der DGSP-Fachtag Sucht in Leipzig fragte nach der Erreichbarkeit von Hilfesystemen, der Fachtag Arbeit in Köln nach gelingender beruflicher Teilhabe.
Im Oktober brachte die DGSP-Jahrestagung „Lebensspannen – Spannendes Leben“ in Leverkusen viele Fragen zusammen und zeigte: Es gibt Fortschritte, aber es bleibt viel zu tun. Fachliche Klarheit, kritische Haltung und der Blick auf das Menschenbild bleiben unverzichtbar.
Ein weiterer Schwerpunkt war das bewusste Erinnern und Einmischen. Bei der T4-Gedenkveranstaltung in Berlin des Kontaktgesprächs Psychiatrie wurde erneut spürbar, wie eng historische Verantwortung und aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen miteinander verbunden sind – gerade in Zeiten wachsender Ausgrenzung. Mit dem Klaus-Dörner-Preis 2025 für das Netzwerk der Recovery Colleges setzte zudem die Stiftung für Soziale Psychiatrie ein klares Zeichen für Bildung, Selbstermächtigung und eine ressourcenorientierte Psychiatrie.
Daneben war 2025 für die DGSP auch ein Fortbildungs- und Publikationsjahr. Unsere Zeitschrift Soziale Psychiatrie begleitete den fachlichen Diskurs. Zugleich hat sich die DGSP politisch eingemischt – mit Stellungnahmen und Positionierungen zu wichtigen aktuellen Themen sowie mit neuen Broschüren und zusammengestellten Fakten, die Orientierung geben und Debatten versachlichen. Auch in den Fortbildungen wurde sichtbar, wie viel Wissen, Erfahrung und Engagement in der DGSP zusammenkommen.
Unser besonderer Dank gilt deshalb allen, die dies möglich machen: den vielen Engagierten in Landesverbänden, Fachausschüssen und Gremien, den Autor:innen, Referent:innen sowie den Mitwirkenden an Tagungen und Fortbildungen – und nicht zuletzt dem großen ehrenamtlichen Engagement, ohne das die DGSP in dieser Form nicht denkbar wäre. Ihr Einsatz, eure Zeit und eure Haltung tragen die Arbeit der DGSP.
Mit Blick auf 2026 freuen wir uns auf das breite Programm der Kurzfortbildungen, unsere Langzeitfortbildungen, den 6. DGSP-Fachtag Psychose- und Depressionsbegleitung am 27. Februar in Bremen sowie die DGSP-Jahrestagung vom 5.–7. November in Mainz.
Wir wünschen Ihnen/Euch ein wunderbares Weihnachtsfest, erholsame Tage und einen guten, zuversichtlichen Start in ein gesundes Jahr 2026.
Vielen Dank für die Zusammenarbeit – wir freuen uns auf das, was wir gemeinsam weiter gestalten.