Selten war es so nötig, sich mit dem Thema der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu befassen wie in der heutigen Zeit. In den letzten elf Jahren hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die psychotherapeutisch behandelt wurden, mehr als verdoppelt. Bundesweit reden wir von rund 823.000 Kindern und Jugendlichen, die im Jahr 2019 Psychotherapie im erweiterten Sinne bezogen, davon 382.000 Kinder und Jugendliche mit Richtlinientherapie.

Die Corona-Pandemie hat die Vulnerabilität für psychische Störungen von Kindern und Jugendlichen noch zusätzlich erhöht. Anfang 2021, also knapp ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie, veröffentlichte das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) die COPSY-Studie, der zufolge jedes dritte Kind unter psychischen Auffälligkeiten litt.

Hinzu kommen die jüngsten Belastungen und Krisen, wie die Kriegs- und Konfliktsituationen auf der Welt und die immer offenkundiger werdende Klimakrise, die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen haben. Bestehende Belastungen und reelle Zukunftsängste müssen angegangen und bewältigt werden. Und nicht zuletzt erwarten wir aufgrund des Krieges in der Ukraine erneut eine Welle schwer belasteter bis traumatisierter Kinder und Jugendlicher, die Schutz und Heimat in Deutschland suchen.


Fachausschuss Kinder und Jugendliche

Im Sommer 2019 rief die DGSP mit einer Interessenumfrage zur Wiederbelebung des bis dahin ausgesetzten Fachausschusses Kinder und Jugendliche auf. Im Oktober 2019 sind dann elf Teilnehmende der Einladung zu einem ersten Treffen nach Köln gefolgt. Schon bei unserem ersten Treffen stellten wir fest, dass die DGSP sich zur Situation von Kindern und Jugendlichen im Bereich psychiatrischer Versorgung positionieren sollte. Wir diskutierten einige wichtige Fragen, u.a.:

  • Gibt es eine "Pathologisierung von Kindern und Jugendlichen"?
  • Worauf deuten zunehmende Diagnosen im Kindes- und Jugendalter hin?
  • Wem nützt das, und wer profitiert davon?
  • Brauchen wir eine "Adoleszenzpsychiatrie"?
  • Wie und wodurch werden Psychopharmaka-Behandlungen, u.a. sogar Off-Label-Use, z.B. von Risperidon, an Kindern und Jugendlichen gerechtfertigt?
  • Wie gehen wir um mit Prävention, Jugendliche am Übergang von der Jugendhilfe zur Eingliederungshilfe und den Konsequenzen, aber auch Unklarheiten der Zuständigkeit.
  • Missbrauch und Gewalt an Kindern sind in der Fachwelt ein Dauerthema, ebenso die Folgen. Welche Konsequenzen hat dies in der psychosozialen Versorgung? Ist die Versorgung von traumatisierten Kindern und Jugendlichen gesichert oder "versinken" sie in der Eingliederungshilfe?
  • Was tun mit sogenannten Systemsprengern? Ist diese Bezeichnung überhaupt passend? Wer sprengt hier das System? Hat das System nicht die betroffenen Kinder und Jugendliche gesprengt?

Mitmachen

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich gerne an die Sprecherin des Fachausschusses wenden.

Ansprechpartner:in

Sandra Nicklaus
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