»Eine Generation wird krankgeschrieben«

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Ritalin und Psychopharmaka

Die Zahl der Fälle, in denen deutsche Ärzte und Kinder- und Jugendpsychiater eine »Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung« (ADHS) diagnostizierten, ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen und wird bundesweit derzeit auf mehr als eine halbe Million geschätzt. In ähnlichem Maß aber vervielfachte sich auch die Verordnung des Wirkstoffs Methylphenidat, etwa Ritalin.

Herausgeber:
Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP)
Köln 2013

Zum Hintergrund

»Eine Generation wird krankgeschrieben«, diese Formulierung spiegelt in unseren Augen angesichts der alarmierenden Statistik leider die aktuelle Situation in Deutschland wider: Die Zahl der Fälle, in denen deutsche Ärzte und Kinder- und Jugendpsychiater eine »Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung« (ADHS) diagnostizierten, ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen und wird bundesweit derzeit auf mehr als eine halbe Million geschätzt. In ähnlichem Maß aber, in dem ADHS in den Patientenkarteien zunahm, vervielfachte sich auch die Verordnung des Wirkstoffs Methylphenidat, etwa Ritalin.

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) veranstaltete am 24. Februar 2012 gemeinsam mit der Hamburger »Patriotischen Gesellschaft von 1765« und mit Unterstützung der Berliner Gesellschaft für Soziale Psychiatrie in Hamburg ein Experten-Hearing unter dem Titel: »ADHS – Eine Kinder- und Jugendgeneration wird krankgeschrieben. Gegen die Medikalisierung eines gesellschaftlichen Problems durch Psychopharmaka und Methylphenidat!«

Wir danken Dr. med. Terje Neraal, Prof. Dr. med. Peter S. Schönhöfer, Dr. med. Miriam Haagen und Dr. Charlotte Köttgen sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Jugendhilfe, Schule, Kindertagesstätten und Gesundheitsämtern für ihre Beiträge.

Die Sprecherin des DGSP-Fachausschusses Dr. med. Charlotte Köttgen und der Diplom-Psychologe und -Pädagoge Stephan Richter haben aus den Ergebnissen der Veranstaltung ein Positionspapier erarbeitet, in dem sie Kritik am aggressiven Marketing der Pharmaindustrie und an den von ihr finanzierten Studien äußern. Dieser Kritik stellen sie alternative Modelle und Forderungen nach pädagogischen und therapeutischen Hilfen sowie nach notwendigen strukturellen Veränderungen gegenüber.

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Anregungen – auch Ihre Kritik – zu diesem Positionspapier mitteilen!

Köln, im Februar 2013

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP)
Der Vorstand

Sie können die Broschüre »Eine Generation wird krankgeschrieben« in der DGSP-Geschäftsstelle anfordern:
Sie ist erhältlich gegen eine Schutzgebühr von 1 Euro zzgl. Versandkosten (Bezahlung auf Rechnung).

DGSP-Geschäftsstelle
Zeltinger Str. 9
50969 Köln
Tel.: 0221 - 51 10 02
Fax: 0221 - 52 99 03
E-Mail: info(at)dgsp-ev.de

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