Emanzipation und Geschlechterfragen in Wohnangeboten der Sozialpsychiatrie

FachgesprächONLINE

30. November 2021 | 15 - 18 Uhr | via Zoom

Mit dieser Veranstaltung lud der Fachausschuss Wohnen der DGSP zu einem Austausch zu den Themen Emanzipation und Geschlechterfragen im Kontext sozialpsychiatrischer Wohnangebote ein.


Die gesellschaftskritische Auseinandersetzung mit der auch systemstabilisierenden Funktion der (Sozial)Psychiatrie ist ein Grundelement der sozialpsychiatrischen Bewegung. Diese ist damit inhaltlich auch eng mit der Kritik an Ungleichheit reproduzierenden Geschlechterverhältnissen verwoben. Heute haben die Themen Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Teilhabemangel nach Einschätzung des FA, vor dem Hintergrund der Individualisierungs- und Professionalisierungsprozesse in der Gesellschaft und damit auch in der Sozialpsychiatrie, wieder zunehmend Bedeutung. Das Bundesteilhabegesetz, bzw. das daraus folgenden SGB IX, zeigen dies deutlich. In der Praxis beeinflussen Beschäftigte in der Sozialpsychiatrie in den Angeboten zum unterstützten Wohnen in besonderer Art und Weise direkt die Lebenssituationen von Menschen mit psychischer Erkrankung mit. Bei der Ausdifferenzierung und Weiterentwicklung sozialpsychiatrischer Wohnangebote spielen die Fragen nach Selbstbestimmung und Autonomie eine Rolle in konkreten Arbeitsbündnissen ebenso wie auf struktureller Ebene. Aus Sicht der Veranstalter*innen ist es wichtig, dies mit einer selbstkritischen und auch geschlechterreflektierten Brille zu betrachten.


Diesen Themen widmete sich dieses FachgesprächONLINE, in dem der Fachausschuss Wohnen viele Möglichkeiten zum Austausch in Klein- und Großgruppen anbot und gemeinsam seine Arbeit reflektierte sowie Visionen für diese entwickeln wollte. Als Diskussionsgrundlage wurden aktuell im Fachausschuss Wohnen diskutierte Fachpositionen vorgestellt und Ergebnisse der laufenden Doktorarbeit von Josephina Schmidt zum Thema „Frauen in sozialpsychiatrischen Wohnheimen“ präsentiert.

Referent*innen

Josephina Schmidt: Sozialarbeiterin M.A. und Doktorandin an der Universität Tübingen. Sie arbeitet, lehrt und forscht seit 15 Jahren in sozialpsychiatrischen Handlungsfeldern. Ihre Schwerpunkte sind dabei Professionalisierung, Partizipation, Rekonstruktive Soziale Arbeit und feministische Ansätze.

Wolfgang Bayer: Diplompädagoge, Leiter der Stiftungsbereiche Sozialpsychiatrie / Pflege. Er ist seit 30 Jahren als Leitungsverantwortlicher in der Sozialpsychiatrie tätig, Vorstandsmitglied BeB und Lehrbeauftragter an der Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Hamburg.