5. Juni 2025 | MELDUNG

Resolution verabschiedet: Gegen Gefährderlisten – für faktenbasierte Reformen und solidarische Psychiatrie

Im Rahmen der Fachtagung „50 Jahre Psychiatrie-Enquête“ wurde am 5. Juni 2025 eine Resolution mit großer Mehrheit verabschiedet. Sie formuliert klare Forderungen an Politik, Versorgungssysteme und Öffentlichkeit, psychisch erkrankte Menschen nicht länger unter Generalverdacht zu stellen, sondern solidarisch und wirksam zu unterstützen.

Die Faktenlage ist eindeutig:

Schwere Gewalttaten durch psychisch erkrankte Menschen haben nicht zugenommen – belegt durch wissenschaftliche Studien. Zugenommen hat lediglich die mediale Aufmerksamkeit. In Wirklichkeit sind psychisch erkrankte Menschen deutlich häufiger Opfer von Gewalt als Täter. Dennoch entstehen politische Debatten über Gefährderlisten und Datenerfassung – mit fatalen Folgen: Misstrauen, Ausgrenzung und Abschreckung statt Hilfe.

Die Resolution fordert daher:

  • Keine Gefährderlisten, keine pauschale Datenweitergabe
  • Stattdessen: Schutz, niedrigschwellige Hilfe und verbindliche regionale Versorgung
  • Umsetzung des Menschenrechts auf Wohnen – auch für obdachlose psychisch erkrankte Menschen
  • Solidarische Verantwortung statt Symbolpolitik
  • Mehr Halt und Unterstützung durch Gemeindepsychiatrische Verbünde

Klares Signal an Politik und Gesellschaft: Psychiatrische Versorgung braucht Menschenrechte, keine Scheinlösungen. Eine wirksame Reform beginnt mit dem Abbau von Angst und Stigma – nicht mit ihrer Zementierung.

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