Fachausschuss Migration

»Psychiatrie in der Verantwortung«

Hier informieren wir Sie über aktuelle Aktivitäten des Fachausschusses (FA).

Einladung zum nächsten Treffen

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Zum nächsten Treffen des Fachauschusses Migration laden wir euch herzlich ein.
Er findet statt am Freitag, den 17. Januar 2020, von 12.00 bis 16.30 in der DGSP-Geschäftsstelle in Köln.
Adresse: Zeltinger Str. 9, 50969 Köln (Zollstock)


Folgende Tagesordnung schlagen wir vor:

  • Auswirkungen des "Migrationspaktes" auf geflüchtete Menschen; die asylpolitischen Verschärfungen bedeuten neue zusätzliche Härten, insbesondere für Menschen mit (psychischen) Behinderungen und besonderem Schutzbedarf 
  • "Krankheit als Abschiebehindernis?" - Anforderungen an (ärztliche) Gutachten; Umgang mit dem Ausschluss von PsychotherapeutInnen aus der Begutachtung
  • Migration und Gemeindepsychiatrie: Vorstellung der Beiträge aus "Soziale Psychiatrie" 1/2020: "(Wie) schaffen wir das? Geflüchtete Menschen in der psychosozialen Versorgung"
  • Planung der weiteren Arbeit des Fachausschusses

Zu den o.a. Themen sind Inputs von ReferentInnen vorgesehen. 

Weitere Vorschläge zur Tagesordnung sind willkommen!

Außerdem: Vom 5. bis 7.12.2020 findet in Leverkusen die DGSP-Jahrestagung statt. Programm: www.dgsp-ev.de

Im Rahmen der Jahrestagung ist am Freitag, den 6.12., ab 13.00 Uhr ein offenes Treffen des Fachauschusses geplant.
In einer Info-Veranstaltung haben (neue) InteressentInnen die Möglichkeit, sich über die Arbeit des Fachauschusses zu informieren und ihre Themen einzubringen.
Wer nur zu dieser Veranstaltung kommen will, zahlt keinen Beitrag zur Jahrestagung.
Wir bitte um vorherige Anmeldung an: michaela.hoffmann(at)dgsp-ev.de


Bitte gebt uns eine Rückmeldung, ob ihr am 17. Januar teilnehmen könnt oder nicht.

Mit vielen freundlichen Grüßen aus der DGSP-Geschäftstelle

Michaela Hoffmann

Sechstes Treffen

Das für den 11. Oktober 2019 geplante nächste Treffen des Fachauschusses muss aus Termingründen verschoben werden. Ein neuer Termin findet voraussichtlich im November statt und wird an dieser Stelle bekanntgegeben.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Das ausführliche Protokoll der letzten Sitzung sowie eine Einladung zum nächsten Treffen kann angefordert werden bei michaela.hoffmann(at)dgsp-ev.de

Fachtag "Hilfe ohne Wenn und Aber!"

Gemeinsam mit der Sächsischen Landesärztekammer (SLÄK) und dem Sächsischen Flüchtlingsrat (SFR) hat der Fachausschuss den Fachtag "Hilfe ohne Wenn und Aber! Psychosoziale, medizinische und rechtliche Betreuung von Geflüchteten und Migrant*innen" durchgeführt. Er fand mit ca. 150 Teilnehmer*innen am 6. September 2019 in Dresden statt.

Zur Tagungsdokumentation

Stellungnahme zur Gesetzesvorlage des "zweiten Gesetzes zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht"

Der DGSP-Fachauschusses Migration hat eine Stellungnahme zur Gesetzesvorlage des "zweiten Gesetzes zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht" aus dem Hause Seehofer verfasst.

Neben zahlreichen Änderungen wie der Verschärfung der Haftvoraussetzungen von "Ausreisepflichtigen" (mögliche Unterbringung in Strafanstalten; kein richterlicher Beschluss), der Strafandrohung bei Informationen über Abschiebungstermine, Kürzungen der Sozialleistungen (nach dem AsylbLG) und Erschwerung des ohnehin begrenzten Zugangs zur Gesundheitsversorgung von geflüchteten Menschen werden mit dem geplanten Gesetz auch die Möglichkeiten, Abschiebungsverbote aus gesundheitlichen Gründen geltend zu machen, weiter eingeschränkt. 

Die DGSP und ihr Fachausschuss Migration wenden sich als sozialpsychiatrische Fachgesellschaft insbesondere gegen den Beschluss, der vorsieht, dass von Psychotherapeut*innen und Psycholog*innen erstellte Atteste über psychische Erkrankungen nicht mehr im Asylverfahren anerkannt werden sollen, sondern nur noch ärztliche Gutachten Berücksichtigung finden.

Der entsprechende  Referentenentwurf hierzu wurde bereits von CDU/CSU und SPD am 17.4.2019 im Kabinett verabschiedet und geht nun als Gesetzesentwurf in den Bundestag, der noch vor der Sommerpause abstimmen wird. Unsere Stellungnahme wurde daher an alle zuständigen Politiker auf Bundes- und Länderebene per Post verschickt. 

Zur Stellungnahme

Fünftes Treffen

Das nächste Treffen des Fachauschusses findet am 29. März 2019 in der DGSP-Geschäftsstelle in Köln statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Das ausführliche Protokoll der Sitzung sowie eine Einladung zum nächsten Treffen kann angefordert werden bei michaela.hoffmann(at)dgsp-ev.de

Ergebnisse einer erneuten Befragung der Landesministerien und des BAMF zum Thema »Psychisch erkrankte Menschen im Asylverfahren«

Der Fachausschuss Migration hatte auf seinem vierten Treffen im September 2018 beschlossen, die Landesministerien und das BAMF erneut zu befragen. Unsere Kritik: Im Vorfeld des Anhörungs- und Entscheidungsprozesses im Asylverfahren bestehen ein unzureichender Informationsaustausch und eine mangelhafte Kooperation zwischen den aufnehmenden und betreuenden Einrichtungen/psychosozialen Helfern einerseits und dem BAMF andererseits, was dazu führt, dass in einer Vielzahl von Fällen die rechtlich vorgeschriebenen Verfahrensgarantien nicht gewährt werden.

Wir dokumentieren die Antworten auf das erneute Anschreiben an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das erneute Anschreiben an die Landesministerien:

Antwort Bundesamt für Migration und Flüchtlingen (BAMF)
Antwort Hessen
Antwort Niedersachsen
Antwort Rheinland-Pfalz
Antwort Sachsen
Antwort Schleswig-Holstein
Antwort Thüringen

Viertes Treffen

Das vierte FA-Treffen fand am 7. September 2018 in den Räumen des SPZ Ehrenfeld des Kölner Vereins für Rehabilitation statt. Martin Vedder, Geschäftsführer, stellte die zahlreichen Angebote des Trägervereins vor, die auch für MigrantInnen offen sind. Hauptthema war die Befragung, die der Fachausschuss im Mai 2018 zur Situation besonders schutzbedürftiger psychisch erkrankter Menschen im Asylverfahren durchgeführt hat. Die Antworten der Ministerien aus 16 Bundesländern (siehe Dokumentation unten) wurden diskutiert und kritisch bewertet. Dabei wurde deutlich:

  • Einige Bundesländer antworten sehr ausführlich und weisen auf zahlreiche Aktivitäten und Initiativen psychosozialer und gesundheitsfördernder Maßnahmen zum Schutz psychisch erkrankter MigrantInnen im Vorfeld des Asylverfahrens hin.
  • Die Frage nach einer statistischen Erfassung wird von allen verneint.
  • Alle Bundesländer verweisen auf die Zuständigkeit des BAMF bei der Durchführung des Asylverfahrens. 
  • Das BAMF wiederum verweist auf die Zuständigkeit der Länder bei Feststellung besonderer Schutzbedürftigkeit.

Die Bewertung im Fachausschuss ergibt, dass im Vorfeld des Anhörungs- und Entscheidungsprozesses im Asylverfahren ein unzureichender Informationsaustausch und eine mangelhafte Kooperation zwischen den aufnehmenden und betreuenden Einrichtungen/psychosozialen Helfern einerseits und dem BAMF andererseits besteht, was dazu führt, dass in einer Vielzahl von Fällen die rechtlich vorgeschriebenen Verfahrensgarantien nicht gewährt werden. Es wurde beschlossen, die Bundesländer und das BAMF erneut anzuschreiben und zu befragen.

Lesen Sie dazu auch den Beitrag »Schutzlos im Asylverfahren« von Michaela Hoffmann in der Ausgabe 01/19 in der »Sozialen Psychiatrie«.

Weitere Themen beim Informationsaustausch waren u.a. die zunehmenden Probleme bei der Anerkennung ärztlicher Atteste/Gutachten (Unterstellung „Gefälligkeitsgutachten“), das geplante Einwanderungsgesetz sowie eine Stellungnahme des DBSH gegen Transitzentren (SozialarbeiterInnen gegen die „Kasernierung von Geflüchteten“), die der Fachausschuss unterstützt.

Die juristischen Anforderungen an ärztliche Atteste in Verfahren des Aufenthalts-, Asyl- und Flüchtlingsrechts

Im DGSP-Fachausschuss Migration wurde berichtet, dass Ärzten, die psychisch erkrankte schutzsuchende Menschen nach der Flucht behandeln, zunehmend unterstellt wird, sie würde „Gefälligkeitsgutachten“ erstellen.

Damit ärztliche Bescheinigungen im Asylverfahrens von den beteiligten und verfahrensbeteiligten Behörden (BAMF, Gerichte…) entsprechend des Aufenthalts-, Asyl- und Flüchtlingsrecht anerkannt werden, müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Juristische Anforderungen an ärztliche Atteste im Überblick

Umfrage zur Situation von psychisch erkrankten geflüchteten Menschen mit besonderem Schutzbedarf

Psychisch erkrankte Menschen im Asylverfahren sind besonders schutzbedürftig!

Der Fachausschuss Migration der DGSP hat im Mai 2018 eine Anfrage an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie die politisch Verantwortlichen der zuständigen Landesministerien gestellt. Darin bringt der Fachausschuss seine Sorge um die Wahrung der Rechte besonders schutzbedürftiger psychisch erkrankter und behinderter geflüchteter Menschen zum Ausdruck. Er kritisiert, dass deren besondere Rechte im Asylverfahren oft missachtet werden und fordert die konsequente Umsetzung nach den EU-Asylrichtlinien und der UN-Behindertenrechtskonvention. Auf diese Anfrage haben 12 Ministerien sowie das BAMF reagiert. Ihre Antworten dokumentieren wir hier:

Antwort Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Antwort Baden-Württemberg
Antwort Bayern
Antwort Berlin
Antwort Brandenburg
Antwort Bremen
Antwort Hessen
Antwort Mecklenburg-Vorpommern
Antwort Niedersachsen
Antwort NRW
Antwort Rheinland-Pfalz
Antwort Sachsen
Antwort Sachsen-Anhalt
Antwort Schleswig-Holstein
Antwort Thüringen

Hier gibt es einen Überblick über die Antworten: Auswertung der Befragung

Drittes Treffen

Das dritte Treffen des Fachausschusses fand am 2. März 2018 in Köln statt. Ergebnis dieses Treffens ist unter anderem der Beitrag »Psychisch erkrankte Menschen im Asylverfahren« von Michaela Hoffmann in der Ausgabe 02/2018 der »Sozialen Psychiatrie«.

Zweites Treffen

Das zweite Treffen des Fachausschusses (FA) Migration fand am 23. Oktober 2017 in Köln statt. Zum Selbstverständnis des FA wurde herausgearbeitet, dass sich der FA nicht nur um die Situation kürzlich oder vor einiger Zeit geflüchteter und schutzsuchender Menschen kümmert, sondern auch um die Lage langjährig hierlebender MigrantInnen.

Themen waren insbesondere die Aussetzung des Familiennachzugs, die Abschiebungen nach Afghanistan und die prekäre gesundheitliche Versorgung der Schutzsuchenden. Vor dem Hintergrund der aktuell stattfindenden Sondierungsgespräche für eine geplante Jamaika-Koalition wurde beschlossen, einen Brief mit Forderungen an die sondierenden Politiker zu entwerfen, der inzwischen von einer kleinen Arbeitsgruppe verfasst und an diese, aber auch an weitere politisch Verantwortliche und die Fachöffentlichkeit verschickt worden ist. [Brief]

Außerdem thematisierte der FA die erheblichen Missstände im BAMF und die Dolmetscherproblematik. Hier standen u.a. Anhörungen/Prüfungen durch nicht ausreichend qualifizierte Mitarbeiter und Entscheider, Einschüchterungsversuche, Wartezeiten, Nicht-Berücksichtigung gesundheitlicher Probleme, unzureichende/fehlende Finanzierung der Sprachmittler im Mittelpunkt. Ein entsprechender Brief an den Innenminister und der Leiterin des BAMF Jutta Cordt soll entworfen werden. Die BAMF-Problematik soll auf dem nächsten Treffen ausführlich diskutiert werden.

Gründungstreffen

Am 5. Mai 2017 hat das Gründungstreffen des DGSP-Fachausschusses (FA) Migration in Köln stattgefunden. Neun Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berlin, Neuruppin, Kiel, Bielefeld, Viersen und Köln trafen sich in der Bundesgeschäftsstelle der DGSP um erste Impulse für die künftige Arbeit zu setzen. Ein Erfahrungsaustausch über die Hilfen für geflüchtete Menschen und die Probleme vor Ort machte deutlich, dass die versammelten Kolleginnen und Kollegen vielfältige berufliche oder ehrenamtliche Kompetenzen in den Bereichen Versorgung, persönliche Hilfen oder Traumatherapie mitbringen.

In einem zweiten Schritt wurden Ideen und Vorschläge für die künftige Arbeit des FA gesammelt. Ein ausführliches Brainstorming benannte eine Reihe von Problemfeldern, die die aktuellen Brennpunkte der Arbeit spiegeln. Genannt wurden beispielsweise: ungeschützte Situation von jugendlichen Flüchtlingen, verhinderte Familienzusammenführung, Abschiebungen (aktuell insbesondere nach Afghanistan), Verfolgung aufgrund sexueller Identität, mangelhafte Gesundheitsversorgung, Chancen der Traumatherapie, aber auch: Gefahr der Pathologisierung und Psychiatrisierung von Flüchtlingen …

Wichtig ist die politische Dimension der zukünftigen Arbeit: „Psychiatrie in der Verantwortung“ - so die Überschrift einer DGSP-Stellungnahme von Juli 2015. Seitdem haben sich die Restriktionen gegen Schutzsuchende von Seiten der Politik stetig verschärft. Eine „Abschottungskultur“ ist anstelle der „Willkommenskultur“ getreten. Aufgabe des DGSP-Fachausschusses ist es, dagegen Stellung zu beziehen und für eine menschenrechtsbasierte Flüchtlingspolitik einzutreten. Dazu gehört auch die Einflussnahme auf die aktuelle Diskussion um das geplante Einwanderungsgesetz. Ein weiterer Baustein künftiger Arbeit könnte die Konzeption von Fortbildungsangeboten und Tagungen sein. Schon jetzt bietet die DGSP eine Weiterbildung „Traumazentrierte Fachberatung für Mitarbeiter in der Sozialpsychiatrie und die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen“ an. Informationen dazu erteilt die DGSP-Geschäftsstelle.