DGSP feiert Pörksen mit Symposium

Niels Pörksen zum 80. Geburtstag in Mannhein
„Ich bin total überwältigt“, sagte Niels Pörksen. Total überwältigt davon, „dass hier so viele Leute zusammen kommen um an etwas zu erinnern, das vor 45 Jahren begann und vor 40 Jahren schon Geschichte war“. Rund 150 Gäste waren auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie zusammengekommen, um nachträglich Pörksens Geburtstag zu feiern, der am 12. Februar sein 80. Lebensjahr vollendet hatte.

Helga Schmidt-Nieraese und Christian Nieraese, Wegbegleiter Pörksens und Freunde aus dieser Mannheimer Zeit, hatten das Symposium mit Grußworten und Vorträgen im Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen organisiert.

In Mannheim, dem Ort, der sicher eine der wichtigsten Stationen auf dem Berufsweg Pörksens gewesen ist. Denn hier begann er mit einer Arbeit, die ihn zu einem der bekanntesten und prägendsten Vertreter der Sozialpsychiatrie gemacht hat. Hier legte er 1969 mit einem kleinen, interdisziplinären Team einen Grundstein für eine erste Gemeindepsychiatrie in Deutschland.

Und damit sei Pörksen auch in den jungen Psychiater-Kreisen, die zu neuen Behandlungs- und Betreuungswegen aufbrachen, „ein Fabelwesen“ gewesen, erinnert sich der Kollege Klaus Dörner, der mit Niels Pörksen damals den „Mannheimer Kreis“ und später die DGSP gegründet hatte. „Der machte Sachen, dass man staunen konnte, wie so etwas auf deutschem Boden möglich war. Das war so undenkbar, so unmöglich, das war so jenseits von dem, was bislang existent war“.

Niels Pörksen selbst, den die „Mannheimer Initiative Psychiatrieerfahrener“ gebeten hatte, bei der Veranstaltung auch selbst über Gemeindepsychiatrie zu sprechen, erinnerte sich: „Uns ging es um die Erneuerung der Gesellschaft, um Demokratie wagen, um die vernachlässigten, armen, schwachen und kranken Menschen, um ihr Verbleiben in den Gemeinden“, sagte er. „Gemeinwesenarbeit war damals  angesagt statt Fürsorge.“ Und dafür haben sie Einfluss nehmen wollen, „auf das soziale Geschehen der Stadt mit dem Ziel, Ausgrenzung aller Art möglichst zu vermeiden.“

Doch schaute Niels Pörksen in seiner Rede nicht nur zurück, sondern nahm die aktuelle Lage der Psychiatrie in Deutschland in den Blick. Was, so fragte er, habe die inzwischen zu einem wahren Markt entwickelte Personenzentrierung mit Inklusion zu tun? „Gar nichts, überhaupt nichts“, sagte er. „Jetzt sind wir wieder gefragt“, denn die „ausschließliche Personenzentrierung mit konsequenter Professionalisierung jeden Hilfebedarfs wie es zur Zeit geschieht“ löse die Probleme nicht.

Mehr dazu gibt es in der nächsten Ausgabe der „Soziale Psychiatrie“.