Förderpreis für das Projekt BlauHaus

Bremen, 4. Mai 2016
Der Förderpreis der Stiftung für Soziale Psychiatrie ging an die Blaue Karawane für das Bauprojekt BlauHaus in der Bremer Überseestadt. Freunde und Unterstützerinnen kamen am 4. Mai 2016 zur Preisverleihung ins Bremer Café Blau, um das gemeinsame Projekt zu feiern: Im BlauHaus werden etwa 165 Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen, ältere und jüngere, wohlhabende und ärmere selbstbestimmt und in gemeinschaftlicher Verantwortung in barrierefreier Umgebung leben, wohnen und arbeiten – und zwar nicht als Betreuer und Betreute, sondern als Nachbarn auf Augenhöhe.

Teil der Preisverleihung war ein Fachtag unter dem Motto „Die Bremer Sozialpsychiatrie – Barrieren überwinden“, auf dem der lokale Kontext reflektiert und die Bremer Psychiatriereform einer kritischen Bestandsaufnahme unterzogen wurde. Friedrich Walburg von der Stiftung für Soziale Psychiatrie und Klaus Pramann von der Blauen Karawane hießen die Anwesenden willkommen. Besonderer Dank galt dem Schirmherren der Stiftung, dem ehemaligen Bremer Bürgermeister Dr. Hennig Scherf, sowie den langjährigen Unterstützern und den Mitarbeitern der Blauen Karawane. Luise Scherf, die Schirmherrin des Vereins, drückte in ihrem Grußwort ebenfalls ihre Bewunderung für das Engagement der Beteiligten aus. Anschließend übernahm Prof. Dr. Annelie Keil das Mikro und machte als überaus charmante Moderatorin eine klasse Figur. Auf dem Podium mit den Unterstützerinnen und Mitstreitern des Projekts wurde so ein beeindruckendes Panorama der Ideen und Visionen für das BlauHaus erfahrbar.

In der Folge ging es dann um den Status quo in der psychiatrischen Versorgung: Dr. Martin Bührig, Leitender Arzt des psychiatrischen Behandlungszentrums am Klinikum Bremen Nord, betonte die Individualität der Erkrankung: Im psychischen sei das menschliche Leid zu erkennen. Nach ihm hielt Ulrich Wesseloh eine Brandrede über die Fehlentwicklungen in der Ambulantisierung. Als Krankenpfleger und Fachbereichsleiter der Gesellschaft für Ambulante Psychiatrische Dienste GmbH konnte er dabei quasi aus der ersten Reihe berichten und zog seine eigene Berufsbiografie heran, um die Chancen einer echten Ambulantisierung zu verdeutlichen.

Dr. Matthias Heißler, Chefarzt der Psychiatrie im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht, erwies sich als begnadeter Erzähler, der mit dem Publikum seinen Traum von der zukünftigen Bremer Sozialpsychiatrie teilte. Unter anderem ging es um einen Leiterwagen voller Gold und Ché Guevara auf seinem Motorrad – die Anwesenden waren ganz hingerissen. Auch Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner befasste sich mit den Bremer Besonderheiten und ordnete das Projekt BlauHaus in diesem Kontext ein.
Schließlich ging es zur Sache: Der Preis wurde verliehen. Nach der Laudatio von Dr. Charlotte Köttgen, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie, und den Dankesworten von Klaus Pramann gesellten sich spontan etwa 20 im Projekt Engagierte auf das kleine Podium, um den Preis entgegenzunehmen: Alles geht besser gemeinsam – das ist das BlauHaus, wie es leibt und lebt!