Gegen das Vergessen - Aus der Geschichte lernen

► 2. September 2022 | Stiftung Topographie des Terrors | Berlin

Begleitveranstaltung zum Gedenken an die Opfer von Patientenmorden und Zwangssterilisation zur Zeit des Nationalsozialismus

Flyer (PDF)

 

Ort:  Dokumentationszentrum Topographie  des Terrors, Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin

Der Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 war gleichzeitig der Auftakt für die Schrecken der NS-Patientenmorde. Die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie gedenken seit 2009 am ersten Septemberwochenende mit einer Informationsveranstaltung unter der Überschrift »Gegen das Vergessen – Aus der Geschichte lernen« der Opfer dieser Gräueltaten.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms stehen die Erfahrungen und der Austausch mit der Stiftung Anerkennung und Hilfe, die am 1. Januar 2017 gegründet worden ist. Ausgerichtet ist die Stiftung auf Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. von 1949 bis 1990 in der DDR in Einrichtungen der Behindertenhilfe und psychiatrischen Einrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben. Die Kinder und Jugendlichen haben in dieser sogenannten »Heimkinderzeit« Schlimmes erlebt. Es ging um Einsperrung, teilweise drakonische Strafen, um körperliche Misshandlungen, um sexuelle Übergriffe, aber auch sehr häufig um Demütigungen und Erniedrigungen. Unter Federführung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) wurde gemeinsam mit Ländern und den beiden großen Kirchen die Stiftung Anerkennung und Hilfe ins Leben gerufen, um das Leid der Betroffenen anzuerkennen und das erlebte Unrecht aufzuarbeiten. Staatsekretär Rolf Schmachtenberg wird aus Sicht des BMAS über Ziele, Aufgaben und Ergebnisse der Stiftungsarbeit berichten.

Mit den weiteren Beiträgen im ersten Teil der Veranstaltung soll zunächst der geschichtliche Verlauf der Patientenmorde der Nazizeit in der Psychiatrie, unter denen viele noch Kinder und Jugendliche waren, aufgearbeitet werden. Danach wird das Leid der von der Stiftung Anerkennung und Hilfe unterstützten Kinder und Jugendlichen im Zentrum stehen, die dieses Unrecht in psychiatrischen Einrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe erfahren haben.

Im zweiten Teil wird dann der Frage nachgegangen, ob und was wir bezüglich der Hilfen für junge Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen daraus gelernt haben.

Zugleich soll insbesondere in der Abschlussrunde kritisch beleuchtet werden, inwieweit Achtsamkeit und Aufmerksamkeit gegenüber Machtmissbrauch und Unrecht in Institutionen und bei Abhängigkeit von Hilfe und Unterstützung tagtäglich der Anspruch und die Grundhaltung sein müssen. Und dass auch heute noch gesellschaftliches und gemeinschaftliches Hinschauen und Handeln statt Wegschauen notwendig sind.

Programm

Moderation: Wolfgang Bayer (Bundesverband evangelische Behindertenhilfe)

Ab 12:00
Ankommen und Imbiss

13.00 - 13.15
Grußwort // Dr. Andrea Riedle (Stiftung Topographie)
Begrüßung und Einführung // Wolfgang Bayer 

13.15 - 13.35
Stiftung Anerkennung und Hilfe – Zielsetzung, Aufgaben, Bilanz // Staatssekretär Dr. Rolf Schmachtenberg (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

13:35 - 13.55
Euthanasie – Kinder- und Jugendpsychiatrie in der NS-Zeit // Dr. Klaus Schepker (Universitätsklinikum Ulm)

13.55 - 14.35
Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie 1949-1975 bzw. 1990 // Klaus Dickneite, Vorsitzender des überregionalen Fachbeirats der Stiftung Anerkennung und Hilfe | Dr. Thorsten Hinz, Vorstand der Stiftung St. Franziskus, ehemaliges Mitglied des Lenkungsausschuss der Stiftung Anerkennung und Hilfe; bis Dezember 2019 langjähriger Geschäftsführer des Bundesverbandes Caritas Behindertenhilfe

14.35 - 14.55 
Kaffeepause    

14:55 - 15:15
Gewalt(-schutz) in der Kinder- und Jugendpsychiatrie 90erJahre bis in Gegenwart // Prof. Dr. Renate Schepker (Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg)

15:15 - 16:00                           
Gesprächsrunde: Anerkennung und Hilfe – was heißt das für Heute? // Dr. Thorsten Hinz | Klaus Dickneite | Dr. Rolf Schmachtenberg | Rainer Schaff (NetzG) | Prof. Dr. Renate Schepker | Moderation: Jörg Holke (Aktion Psychisch Kranke)

16.15 – ca. 17.15         
Zwei parallele Führungen durch die Dauerausstellung »Topographie des Terrors. Gestapo, SS und Reichssicherheitshauptamt in der Wilhelm- und Prinz-Albrecht-Straße«

Die Verbände im Kontaktgespräch Psychiatrie:

  • Bundesverband Angehöriger Psychisch Kranker (BApK)
  • Bundesverband Psychiatrie-Erfahrene (BPE)
  • Bundesverband evangelische Behindertenhilfe (BeB)
  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband
  • Dachverband Gemeindepsychiatrie
  • Aktion Psychisch Kranke (APK)
  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde (BAG GPV)
  • Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP)
  • Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde       (DGPPN)   
  • Fachbeirat Psychiatrie im CBP
  • Bundesweites Netzwerk Sozialpsychiatrische Dienste
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie
  • Diakonie Deutschland
  • Bundesnetzwerk Selbsthilfe seelische Gesundheit (NetzG)

Mit Unterstützung der Stiftung Topographie des Terrors

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt über das Formular unter folgendem Link:

→ https://eveeno.com/begleitveranstaltung-gegen_das_vergessen