Herzlich willkommen bei der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP) ist ein unabhängiger Fachverband für Sozialpsychiatrie, der sich seit 50 Jahren für die Weiterentwicklung und Verbesserung menschenrechtsbasierter Hilfsangebote für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen einsetzt.

Die DGSP arbeitet berufs- bzw. expertenübergreifend, das heißt, ihre Mitglieder sind psychiatrisch Tätige aller Berufsgruppen aus verschiedenen Institutionen, Psychiatrieerfahrene und deren Angehörige sowie Träger sozialpsychiatrischer Angebote.

Aktuelles

Trauer um Klaus Dörner

Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner ist am 25. September 2022 im Alter von 88 Jahren gestorben. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten seiner Familie und seinen Nächsten.

Klaus Dörner hinterlässt ein herausragendes Lebenswerk, das nicht nur die Psychiatrie, sondern uns alle verändert hat. Mit seinem Leitgedanken »Psychiatrie ist entweder sozial oder sie ist keine Psychiatrie« hat er die Grundlage für die Sozialpsychiatrie gelegt. Für uns in der DGSP wird diese Feststellung Mahnung und Verpflichtung sein.


Im Mittelpunkt seiner Arbeit stand stets die Beziehung zum Patienten, aber auch die Bedeutung des sozialen Umfeldes und die Verantwortung der Gesellschaft.

Schon früh beschrieb er beispielsweise die Wahrnehmung von Menschen mit psychischen Krankheiten im Kontext der industriell-kapitalistischen Revolution und schuf mit »Bürger und Irre« 1969 ein zentrales Werk der Psychiatriegeschichte, welches enormen Einfluss auf die Entstehung der Psychiatriebewegung ausübte.

In diesem Zusammenhang stand bei ihm immer das Erschrecken über die Verstrickung der Psychiatrie in die Patientenmorde im Nationalsozialismus im Hintergrund - 1988 setzt er sich in »Tödliches Mitleid« mit unserer Verantwortung auseinander und legt für uns unübersehbar dar: Das entsetzliche Geschehen in der Zeit der NS-Diktatur verpflichtet uns zur Umsetzung der Menschenrechte hier und immer. Eine menschenrechtsbasierte und soziale Psychiatrie zu gestalten wird ausgehend vom Wirken Klaus Dörners unsere Aufgabe sein.


Nicht zu überschätzen ist die Bedeutung, die das Buch »Irren ist menschlich« (1978) bis heute einnimmt. Klaus Dörner und Ursula Plog veränderten damit die Sicht auf die psychische Erkrankung und die Beziehung des in der Psychiatrie Tätigen zum psychisch erkrankten Menschen. Sie fordern uns auf, uns in den Patienten hineinzuversetzen, uns einzulassen und Mitgefühl zu entwickeln, im Anderen den Mitmenschen zu sehen. Dies prägt eine neue Haltung gegenüber dem erkrankten Menschen.

Zudem schärfte Klaus Dörner den Blick für das soziale Umfeld des psychisch erkrankten Menschen. In seinem Buch »Freispruch der Familie« (1982) hält er uns an, auch dort Verantwortung zu übernehmen und die Familie nicht allein zu lassen, den Schritt zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, zur Inklusion zu ermöglichen. Klaus Dörner trägt einen großen Anteil an der Auflösung der Anstalten und dem Aufbau der Gemeindepsychiatrie, so begann die Sozialpsychiatrie in der Gemeinde, Verantwortung für psychisch erkrankte Bürger zu tragen. Es ist sein Verdienst.

Klaus Dörner hat die Grundlagen für die Sozialpsychiatrie gelegt und in seiner Arbeit als Psychiater ihre Grundsätze gelebt. Klaus Dörner hat die DGSP nicht nur mitbegründet, er hat sie praktisch und als humanistischer Vordenker begleitet und damit ihre Entwicklung bis heute maßgeblich geprägt. Sein Lebenswerk ist uns Verpflichtung. Wir trauern um ihn.

Psychiatrie – aber sozial?! Ein Diskussions- und Lesekreis für Soziale Psychiatrie
► ab Oktober 2022 | in Potsdam

Die BGSP (Berliner Gesellschaft für Soziale Psychiatrie) veranstaltet in Potsdam Babelsberg in diesem Wintersemester einen regelmäßigen Diskussions- und Lesekreis für Soziale Psychiatrie, bei dem Themen wie z.B. Zwangsbehandlung, Psychopharmaka, Partizipation oder die Rolle der Psychiatrie in der Gesellschaft kritisch unter die Lupe genommen und diskutiert werden sollen.

Zum Flyer (PDF)

FachgesprächONLINE: Emanzipation und Geschlechterfragen in Wohnangeboten der Sozialpsychiatrie

► 20. Oktober 2022 | 14:00-17:00 Uhr | via Zoom 

Mit dieser Veranstaltung möchten wir zum zweiten Austausch zu den Themen Emanzipation und Geschlechterfragen im Kontext sozialpsychiatrischer Wohnangebote einladen. → Mehr Infos

 

NEUER Kursbeginn: Komplementäre Nachsorge für psychisch kranke Straftäter

31. August 2022 | MELDUNG

Der ursprünglich auf November terminierte Kurs »Komplementäre Nachsorge für psychisch kranke Straftäter« wird erst im Februar 2023 starten! Dieser Kurs ist ausgebucht, es gibt jedoch eine Warteliste, auf die Sie sich durch Meldung in der Geschäftsstelle setzen lassen können. Weitere Informationen finden sich → hier

Ausschreibung für den Förderpreis 2023

12. Juli 2022 | MELDUNG

Die Stiftung für Soziale Psychiatrie verleiht 2023 erneut den Förderpreis für Projekte guter Praxis in der Gemeindepsychiatrie, die beispielhaft sind für nachhaltige Modelle der psychiatrischen Versorgung. → weitere Infos

Die neue SP ist da!

30. Juni 2022 | MELDUNG

Die neue Ausgabe der »Sozialen Psychiatrie« nimmt das drängende Thema »Kinder und Jugendliche« in den Blick. Wie ist es um die Versorgung der Jüngsten bestellt? U.a. gibt Stefanie Bienioschek einen Überblick zur aktuellen Situation der stationären Behandlung, Claudia Chodzinski beleuchtet kritisch das psychiatrische und pädagogische Kinder- und Jugendhilfesystem und eine Betroffene schildert, wie es ist, als Kind mit einer psychisch erkrankten Mutter zu leben. Außerdem im Heft wie immer unsere beliebten Rubriken mit der Einladung zur DGSP-Jahrestagung. → zur aktuellen Ausgabe

DGSP-Position zur Suizidbeihilfe

29. Juni 2022 | MELDUNG

Die DGSP beschäftigt sich in einem neuen Positionspapier mit den aktuell vorliegenden interfraktionellen Gesetzesentwürfen und gibt Hinweise zu deren Bewertung.

Zum Positionspapier (PDF)

Stellungnahme des FA Migration 

22. Juni 2022 | MELDUNG

Die DGSP fordert mit diesem Schreiben von den politisch Verantwortlichen eine Gleichbehandlung aller Geflüchteten, orientiert an den relativ guten Bedingungen,
die Menschen aus der Ukraine in Deutschland vorfinden.

Zur Stellungnahme (PDF)

Anmeldung möglich! Jahrestagung der DGSP 2022

20. Juni 2022 | MELDUNG

Unter dem Titel »Systemfehler? Schwer zu erreichen ist nicht unerreichbar« widmen wir uns auf unserer diesjährigen Jahrestagung Menschen mit sog. komplexem Hilfebedarf, die »Hard to reach« – »Schwer zu erreichen« sind. Aber: Wer erreicht und wer verfehlt hier wen? Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es → hier

Fachtagung der DGSP: Die Zukunft der Sozialpsychiatrie 

17. Juni 2022 | DOKUMENTATION

Ziel der Tagung, die vom 10. bis 11. Juni 2022 in Berlin stattfand, war es, sich (selbst-)kritisch mit den Konzepten und Grundsätzen der Sozialpsychiatrie auseinander zu setzen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Mehr Infos und die Tagungsdokumentation finden Sie → hier

Tagungsdokumentation zur Jahrestagung der DGSP 2021

15. Juni 2022 | DOKUMENTATION

Die DGSP-Jahrestagung 2021 fand vom 11. bis zum 13. November 2021 im Bremer Bürgerzentrum Neue Vahr e.V. und online statt. Auf unserer Website haben wir die einzelnen Tage dokumentiert, schrittweise werden wir hier auch die verschiedenen Präsentationen zum Download veröffentlichen. → Mehr Infos

StäB als Element der Akutversorgung muss ausgebaut werden

2. Juni 2022 | STELLUNGNAHME

Die DGSP widerspricht mit einer Stellungnahme der Beurteilung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen, der in einem gemeinsamen Bericht vom 23.12.2021 zusammen mit der Deutschen Krankenhaus-Gesellschaft und des PKV-Verbandes zu dem Schluss kommt, dass stationsäquivalente psychiatrische Behandlung (StäB) den gesetzlich vorgegebenen Anspruch der Krankenhausbehandlung im häuslichen Umfeld verfehle und somit zu streichen sei.

Zur Stellungnahme (PDF)

Seelische Gesundheit stiften - Der Stiftungspreis geht 2022 an das Projekt u25 

28. Mai 2022 | MELDUNG

2022 wurde der Förderpreis der Stiftung für Soziale Psychiatrie dem Reha-Verein Mönchengladbach für das Projekt u25  -  Hilfen für chancenlose junge Erwachsene zugesprochen. → Mehr Infos

Offener Brief des Verbändedialogs psychiatrische Pflege

9. Mai 2022 | STELLUNGNAHME

In dem offenen Brief an alle Entscheidungsträger in der psychiatrischen und psychosozialen Versorgung wird auf die Situation der Pflege in psychiatrischen Handlungsfeldern hingewiesen und drohende oder schon vorhandene Probleme der Versorgung aufgezeigt.

Offener Brief (PDF)

Positionspapier: Transformation der Maßregel

2. März 2022 | POSITIONSPAPIER

Die bisherigen vielfältigen Bemühungen, den forensisch psychiatrischen Maßregelvollzug zu reformieren sieht die DGSP als gescheitert an und fordert eine grundlegende Transformation des strafrechtlichen Sanktionensystems. Weitere Infos finden Sie in unserer Pressemitteilung → hier

Plädoyer für eine Transformation der Maßregeln (PDF)

Plädoyer für eine Transformation der Maßregeln - Kurzfassung (PDF)