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DGSP-Newsletter 4/2020 (29. Mai 2020)

Liebe Leserinnen und Leser!

Welche Auswirkungen haben die Kontaktbeschränkungen der vergangenen Wochen auf unsere psychische Gesundheit? Hierzu möchten wir Sie ebenso informieren wie über Neuigkeiten aus der DGSP. Außerdem freuen wir uns, dass wieder Kurzfortbildungen stattfinden und wir Ihnen auch zwei neue Webinare anbieten können.

Wir wünschen Ihnen schöne erholsame Pfingsttage - bleiben Sie gesund!

Inhalt

  • Maria Rave-Schwank im Interview
  • Neues aus der DGSP
  • Aufruf zur "Healthy Recovery"
  • Kurzfortbildungen: Aktuelle Infos
  • DGSP-Webinare
  • Vorlesungsreihe "Anthropologische Psychiatrie" jetzt online
  • Psychotherapeutische Telefonhilfe für Pflegende
  • Corona und psychische Gesundheit
  • Die "hübscheste Irrenanstalt Deutschlands"

Maria Rave-Schwank im Interview

In der Sendung "SWR 2 Tandem" sprach DGSP-Gründungsmitglied Maria Rave-Schwank am 20. Mai 2020 über ihr neues Buch "Gegen die Macht des Vergessens - Gedenkbuch für die Karlsruher Euthanasie-Opfer der Aktion T4" und über die Anfangszeit der DGSP vor 50 Jahren. [Zur Sendung]

Neues aus der DGSP

Gemeinsamer Brief ans RKI

Zu den Empfehlungen „Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen“ des Robert-Koch-Instituts vom 17. April 2020 haben auf Initiative der Bundesarbeitsgemeinschaft Gemeindepsychiatrischer Verbünde e.V. (BAG GPV) die DGSP und sieben weitere Verbände aus dem Kontaktgespräch Psychiatrie Stellung genommen. [Brief ans RKI] Lesen Sie hier auch das Antwortschreiben des RKI. [Antwort des RKI]


Zum möglichen Einsatz von Chlorpromazin in der Behandlung von COVID-19

Der Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP nimmt Stellung zu einem möglichen Einsatz des Neuroleptikums Chlorpromazin in der Behandlung von COVID-19. Derzeit werde zur Erprobung des Medikaments in Frankreich eine klinische Studie durchgeführt. [Stellungnahme]


Umgang mit Quarantäne-Verstößen

Verschiedene Medien hatten kurz vor Ostern über Pläne der Sozialministerin eines Bundesland berichtet, Verweigerer häuslich angeordneter Quarantäne zwangsweise in der Psychiatrie unterzubringen. In einer Stellungnahme hat sich Heinz Kammeier aus dem erweiterten Vorstand der DGSP zur Frage "Was tun mit Personen, die gegen Quarantäne-Regeln verstoßen?" geäußert. [Stellungnahme]


Zum Ausschluss der Expertise psychologischer Psychotherapeut*innen im Asylverfahren

Der Fachausschuss Migration nimmt Stellung zu den Bestimmungen in §§ 60 Abs. 7, 60a Abs. 2c AufenthG, welche festlegen, dass von Psychotherapeut*innen und Psycholog*innen erstellte Atteste über psychische Erkrankungen im Asylverfahren nicht mehr anerkannt werden, sondern nur noch ärztliche Bescheinigungen Berücksichtigung finden sollen. [Stellungnahme]


Zur Situation in Schleswig-Holstein

In einem Positionspapier hat der Landesverband Schleswig-Holstein der DGSP Anfang Mai die aktuelle Versorgungssituation im Bundesland geschildert: Die Eingliederungshilfe liege vielerorts brach, und der Behandlungsbereich funktioniere nur eingeschränkt. Der Landesverband fordert ein gemeinsames Handeln der Akteure, um Lösungswege für eine tragfähige regionale Krisenbewältigung zu entwickeln. [Positionspapier]

Aufruf zur "Healthy Recovery"

Gemeinsam mit 350 Gesundheits-organisationen weltweit hat die DGSP in einem Offenen Brief an die Staatsschefs der G 20-Staaten zur "Healthy Recovery" aufgerufen. Mit dem historischen Appell fordern 40 Millionen Menschen aus dem Gesundheitssektor in aller Welt, dass die massive Wirtschaftsförderung und die enormen Investitionen, die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie in den kommenden Monaten in Schlüsselsektoren wie Gesundheitswesen, Verkehr, Energie und Landwirtschaft getätigt werden, den Gesundheitsschutz und die Gesundheitsförderung in den Mittelpunkt stellen. Die KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. hat hierzu eine Pressemitteilung verfasst.

Aktuelle Infos

Ab sofort können Fortbildungen bei ausreichender Teilnehmerzahl und unter Beachtung der Hygienevorschriften wieder stattfinden. Wir freuen uns über Ihre Anmeldungen für unsere Fortbildungen in der zweiten Jahreshälfte! In folgenden Kurzfortbildungen im August und September sind noch Plätze frei:

Burnout-Prophylaxe – Den Spaß an der Arbeit bewahren; Referent: Manuel Rupp; Termin: 14./15. August 2020 in Köln [Mehr Infos]

Den Stimmen einen Sinn geben - Methoden der erfahrungsfokussierten Begleitung; Referentinnen: Caroline von Taysen, Antje Wilfer; Termin: 10./11. September 2020 in Bielefeld [Mehr Infos]

Den Herausforderungen des BTHG begegnen – Beteiligungswege in sozialpsychiatrischen Einrichtungen; Referent*in: Andreas Bethmann, Elke Hilgenböcker; Termin: 11./12. September 2020 in Hannover [Mehr Infos]

Therapeutische Haltung und Gesprächskompetenz im Offenen Dialog; Referentinnen: Jessica Reichstein, Mona Wittorf; Termin: 25./26. September 2020 in Erfurt [Mehr Infos]

DGSP-Webinare

Psychiatrische Pflege in Krisenzeiten: Welche (berufs-)politischen Forderungen müssen wir stellen? Was können wir daraus lernen?

► 20. Juni 2020, 11:00-12:30 Uhr

Die Referent*innen Hilde Schädle-Deininger und David Wegmüller wollen die positiven und negativen Erfahrungen der Pandemie hinsichtlich der psychiatrisch-pflegerischen Arbeit zusammentragen, daraus Forderungen ableiten und künftige Schwerpunkte für die Versorung und die spezifischen Aufgaben psychiatrischer Pflege festhalten. Die Teilnahme am Webinar ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. [Mehr Infos]


Menschen mit Trauma-Erfahrung und die Corona-Krise

► 1. Juli 2020, 16:30-17:45 Uhr

Menschen mit Belastungs- und Traumaerfahrung werden in der Corona-Krise mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Die Referentinnen Claudia Chodzinski und Sabine Haller möchten zu einem Dialog einladen und gemeinsam mit Ihnen Wege und Möglichkeiten besprechen, wie mit den neuen Situationen umgegangen werden kann. Die Teilnahme am Webinar ist kostenlos. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. [Mehr Infos]

Vorlesungsreihe "Anthropologische Psychiatrie" jetzt online

Corona-bedingt kann die Vorlesungsreihe des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) „Anthropologische Psychiatrie - philosophische Aspekte psychischer Erkrankungen“ zur Zeit nicht live stattfinden. Deshalb werden die Vorlesungen in diesem Sommersemester mit dem Thema "Soziale Not und seelische Gesundheit" online angeboten. Bisher hatte Prof. Dr. Thomas Bock Gesprächspartner*innen zu diesen Themen: Urbanität und psychische Erkrankung, Stigmaresistenz, Empowerment-College. Die Vorlesungsreihe ist für alle zugänglich und wird in der Corona-Pandemie als „Lecture2go“ von der Universität Hamburg angeboten. [Zur Vorlesungsreihe]

Foto: Nathan Dumlao/unsplash

Psychotherapeutische Telefonhilfe für Pflegende

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe DBfK und die Bundespsychotherapeutenkammer BPtK stellen beruflich Pflegenden ein kostenfreies COVID-19-Hilfsangebot zur Verfügung. Das Angebot steht unter der Schirmherrschaft des Deutschen Pflegerats und der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekammern – Bundespflegekammer. Für die Dauer der COVID-19-Pandemie bieten Psychotherapeut*innen hier unentgeltlich ihre Unterstützung beruflich Pflegender an. Die freien Termine werden regelmäßig aktualisiert. [Zum Angebot]

Corona und psychische Gesundheit

Auswirkungen auf Schweregrad der Symptomatik?

Unter dem Titel „Das Virus als Wahninhalt“ berichtet Chefarzt Felix Bermpohl von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Berliner Charité in der taz vom 26. Mai, dass nun vermehrt Menschen mit schwerwiegenderen Problemen in die Psychiatrie kommen, nachdem es dort im April sehr ruhig war. Er sehe zudem viele Menschen mit Psychosen, die durch die Pandemie belastet seien. [Zum taz-Artikel] Ähnlich berichtet laut hessenschau.de vom 19. Mai auch das Frankfurter Markus-Krankenhaus, dass nicht die Zahl, aber der Schweregrad der Fälle zugenommen habe. [Zum Artikel der Hessenschau]

Psychosoziale Folgen der sozialen Isolation

Das Kompetenznetz Public Health zu COVID-19, ein Ad hoc-Zusammenschluss von über 25 wissenschaftlichen Fachgesellschaften aus dem Bereich Public Health, will schnell und flexibel interdisziplinäre Expertise zu COVID-19 für die aktuelle Diskussion und Entscheidungsfindung zur Verfügung zu stellen. Als Ergebnis einer systematischen Literaturrecherche stellte die Forschergruppe fest, dass Isolations-und Quarantänemaßnahmen zu erhöhten psychozialen Belastungen führen. Bei vergangenen Pandemien traten diese zum einen bereits während der Isolations-und Quarantänemaßnahmen auf, ließen sich jedoch auch längerfristig, d.h. noch Monate und Jahre danach nachweisen. Längerfristig bestanden insbesondere depressive und posttraumatische Belastungssymptome. [Zum Policy Brief]

Urteil zu Beschränkungen

Laut Ärzteblatt sind die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln in der Coronakrise nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) in Karlsruhe auch Menschen mit psychischen Erkrankungen zuzumuten. Ein depressiv erkrankter Mann aus Hessen hatte einen Eilantrag eingereicht. [Zum Ärzteblatt-Artikel]

Die "hübscheste Irrenanstalt Deutschlands"

Der Deutschlandfunk hat über die Selbsthilfe-Initiative Psychiatriebetroffener "Durchblick" in Leipzig berichtet, die in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert. Der Verein ist Kontakt- und Beratungsstelle und bietet u.a. eine Kunstgruppe, ein Zuverdienstprojekt sowie Übergangswohnen an. Die Journalistin Pia Rauschenberger hat den Durchblick besucht, sich mit Bewohnern unterhalten und mit dem Kunsthistoriker Thomas Röske über die sogenannte Outsider-Art gesprochen. [Zum Radiobeitrag]

Impressum

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP)

Zeltinger Str. 9
50969 Köln
Telefon: (0221) 51 10 02
E-Mail: info(at)dgsp-ev.de
Internet: www.dgsp-ev.de
Vereinsregister: Hannover Nr. 3896
Geschäftsführer: Richard Suhre
Redaktion: Marie Schmetz
Kontakt: newsletter(at)dgsp-ev.de

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