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DGSP-Newsletter 3/2020 (23. April 2020)

Liebe Leserinnen und Leser!

Mit diesem Newsletter informieren wir Sie wie immer über Neues aus der DGSP - dazu gehört die aktuelle Ausgabe der "Sozialen Psychiatrie" wie auch unser erstes Webinar, das am 29. April startet! Weiterhin greifen wir Themen aus der Pflege auf sowie aktuelle Meldungen und eine Übersicht über laufende Forschungsprojekte zur Corona-Pandemie.

Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und einen guten Umgang mit den Herausforderungen in dieser besonderen Zeit!

Inhalt

  • Neues aus der DGSP
  • DGSP-Webinar
  • Aktuelle Ausgabe "Soziale Psychiatrie"
  • Corona und Gesellschaft/Menschenrechte/Wohnungslosigkeit
  • Forschungsprojekte zur Corona-Pandemie
  • Pflegethemen

Neues aus der DGSP

Schweren Herzens hat sich der Vorstand der DGSP dafür entschieden, die für den 11. November 2020 geplante Jubiläumsveranstaltung wie auch die für den 12.-14. November 2020 geplante Jahrestagung wegen der Corona-Pandemie abzusagen. Natürlich wollen wir die Veranstaltungen aber nachholen! Hierüber informieren wir möglichst zeitnah. [Mehr Infos]


In einem offenen Brief hat die DGSP Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu aufgefordert, während der Coronakrise und angesichts wichtiger Entscheidungen, die zur Eindämmung des Virus zu treffen sind, die Belange psychisch erkrankter Menschen zu berücksichtigen und sich für ihre Unterstützung einzusetzen. [Offener Brief]


In einer Pressemitteilung vom 2. April 2020 hat die DGSP die sofortige Evakuierung der griechischen Lager gefordert, um eine Katastrophe durch die Ausbreitung des Coronavirus in den Lagern zu verhindern. [Pressemitteilung]


Weitere Anregungen für die Praxis während der Corona-Pandemie und hilfreiche Links finden Sie auf unserer Sonderseite Corona. [Zur Sonderseite]


Der Arbeitskreis Pflege und der Vorstand der DGSP haben Stellung zu den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbandes und des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V. zur Förderung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag, ehrenamtlichen Strukturen und der Selbsthilfe sowie von Modellvorhaben zur Erprobung neuer Versorgungskonzepte und Versorgungsstrukturen genommen. [Zur Stellungnahme]

DGSP-Webinar

Kontaktbeschränkungen und deren Bedeutung für Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen – darum geht es im Webinar der DGSP, das am Mittwoch, den 29. April 2020 von 17:00 bis 18:15 Uhr stattfindet. Referent ist Vorstandsmitglied PD Dr. med. Dr. phil. Jann E. Schlimme. Das Angebot ist kostenlos. [Mehr Infos]

Aktuelle Ausgabe der Sozialen Psychiatrie zu Hilfe und Zwang

Die aktuelle "Soziale Psychiatrie" beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Thema "Hilfe und Zwang - Alter Widerspruch im neuen Gewand?" und dokumentiert die Jahrestagung der DGSP im Dezember 2019. Einzelne Artikel stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung. [Zur aktuellen Ausgabe]

Corona und Gesellschaft

Ruf nach Autorität

Im Interview mit der taz hat die Bremer Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen Dr. Kirsten Kappert-Gonther über Gefühle in der Coronakrise gesprochen – über Angst und Einsamkeit, über den Ruf nach autoritären Maßnahmen und darüber, wie sich die Gesellschaft durch Corona verändern wird. [Zum Artikel]

Rückkehr des Staates

Im Deutschlandfunk spricht der Soziologe Heinz Bude über eine neue Akzeptanz von Staatlichkeit. Er erwartet, dass die Gesellschaft durch die Coronakrise ein neues Bewusstsein für die Bedeutung kollektiver Güter, die nicht privat hergestellt werden können, haben wird. [Zum Beitrag]

Solidarität verändert keine gesellschaftlichen Strukturen

Der Soziologe Wilhelm Heitmeyer beobachtet in der Coronakrise viel Gesellschaftsromantik. Die Hoffnung, dass Solidarität zu weitreichenden Neuentwicklungen in der gesamten Gesellschaft führe, sei aber naiv und problematisch, sagte er im Deutschlandfunk. [Zum Beitrag]

Corona und Menschenrechte

Grundrechte betreuter Menschen

Der Betreuungsgerichtstag e.V. (BGT) sieht in der Coronakrise die Grundrechte betreuter Menschen gefährdet. Mit Sorge verfolge er Diskussionen darüber, persönliche Anhörungen in Betreuungs-und Unterbringungsverfahren zu reduzieren oder vorübergehend einzustellen. [Zur Pressemitteilung]

Kritik an Kriterien für Triage-Szenario

Das Deutsche Institut für Menschenrechte problematisiert in einer Stellungnahme die Empfehlungen medizinischer Fachgesellschaften, soweit sie Abstufungen beim Zugang zur Intensivmedizin zulasten von Menschen mit Behinderungen vorsehen. Das Institut fordert Bund, Länder und Kommunen dazu auf, besondere Gefahrenlagen für Menschen mit Behinderungen zu identifizieren sowie Maßnahmen zu treffen, die ihren Schutz und Sicherheit gewährleisten. [Zur Pressemitteilung]

Ähnlich äußerte sich der Landschaftsverband Rheinland (LVR). Eine Triage müsse unbedingt diskriminierungsfrei gestaltet werden. Keinesfalls dürften körperliche, geistige und psychische Beeinträchtigungen als besondere Risiken oder „Gebrechlichkeiten“ interpretiert werden, die per se gegen eine Behandlung sprechen könnten. [Zur Pressemitteilung]

Eine Übersicht über Empfehlungen zum Umgang mit knappen Ressourcen und Materialien zu ethischen Fragen der Patientenversorgung findet sich auf der Website der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM). [Zur Übersicht]

Umgang mit Quarantäne-Verweigerern

Der Tagesspiegel: Die Pläne Sachsens, Quarantäne-Verweigerer notfalls in psychiatrischen Krankenhäusern unterzubringen, hat die Landesregierung nach Kritik wieder zurückgezogen. [Zum Artikel]

Corona und Wohnungslosigkeit

Wichtige Fragen und Antworten

mdr Wissen hat Fragen und Antworten zum Thema Wohnungslosigkeit zusammengetragen, beispielsweise: Warum sind obdachlose Menschen besonders gefährdet, sich mit Corona zu infizieren? Welche Daten gibt es aktuell zu wohnungslosen Personen bei COVID-19? [Zum Beitrag]

Forderungen der BAG W

In einem 10-Punkte-Sofortprogramm fordert die BAG Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W) u.a., die Belegungsdichte in ordnungsrechtlicher Unterbringung der Kommunen und sonstigen Notunterkünften umgehend zu reduzieren, Bedingungen für Quarantänemaßnahmen für wohnungslose Menschen sicherzustellen und die basale Versorgung von Menschen, die ganz ohne Unterkunft auf der Straße leben, zu sichern. [Zu den Forderungen]

Bild: Nick Fewings/Unsplash

Forschungsprojekte zur Corona-Pandemie

Studie des Soteria-Netzwerks

Das Soteria-Netzwerk lädt zu einer kurzen Online-Befragung ein, die sich mit den psychischen Auswirkungen der Coronakrise bei Betroffenen und deren Angehörigen sowie psychisch Gesunden befasst. Hieraus sollen Erkenntnisse abgeleitet werden, die darüber Aufschluss geben können, welche Hilfsangebote für Krisenzeiten vorgehalten werden müssen. [Zur Umfrage]

Mannheimer Corona-Studie

Die Gesellschaftsstudie wird im German Internet Panel (GIP) von der Universität Mannheim durchgeführt. Das interdisziplinäre Forscherteam befragt die Studienteilnehmer*innen täglich u.a. zu folgenden Themengebieten: sozial-/wirtschaft­liche Aspekte (z.B. Kinderbetreuung, Arbeits­situationen und verfügbares Einkommen), Einfluss politischer Maßnahmen auf soziale Interaktionen, Ängste sowie die gesellschaft­liche Akzeptanz der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Die Ergebnisse werden täglich aufbereitet und auf der Website des GIP veröffentlicht. [Zur Website]

Studie der Medizinischen Hochschule Hannover

Bei der Umfrage "Seelische Gesundheit in Krisenzeiten" geht es darum herauszufinden, wie sich die Ausbreitung des Coronavirus und die zur Eindämmung getroffenen Maßnahmen auf unser Leben und Erleben auswirken. Das Forschungsprojekt wird vom Zentrum für Seelische Gesundheit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) durchgeführt. [Zur Studie]

Musik in Zeiten von Corona

Mit dem internationalen Forschungsprojekt „Music Use in the Time of Corona“ soll erforscht werden, wie Menschen Musik im Zuge der Coronakrise verwenden - u.a. um mit der Krise besser zurechtzukommen, besonders mit den psychischen Folgen von Kontaktverboten, Angst vor Ansteckung und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Studie ist eine Kollaboration des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik mit der Universität Aarhus und dem Irish Research Council. [Zur Studie]

Weitere Studien im Überblick

Auf seiner Webseite gibt der Rat für Sozial- und WirtschaftsDaten (RatSWD) einen Überblick über Studienprojekte, die die Auswirkungen der Corona-Pandemie und ihrer Bekämpfung auf die Gesellschaft empirisch erfassen. [Zur Website]

Pflegethemen

Corona-Special der Pflegewissenschaft

Die Zeitschrift Pflegewissenschaft hat eine Corona-Sonderausgabe veröffentlicht, die kostenlos zum Download zur Verfügung steht. Ziel des Heftes ist es, interdisziplinäre Aspekte der Corona-Pandemie und deren Implikationen für Pflege und Gesellschaft zu beleuchten. [Zur Zeitschrift]

Verbändedialog psychiatrischer Pflege zum Tag der Pflege

Die im „Verbändedialog“ organisierten Verbände und Gremien der psychiatrischen Pflege haben zum 12. Mai, dem Internationalen Tag der Pflege, gemeinsame Forderungen formuliert. Hierzu gehört u.a. die Beteiligung der psychiatrischen Pflege in allen Versorgungsfragen und gesundheitspolitischen Diskussionen. In einer Pressemitteilung fordern sie zur Unterstützung ihres Anliegens auf. [Forderungen des Verbändedialogs]

Aktueller Beschluss des G-BA

Laut Psychiatrische Pflege.NET hat der G-BA die Begrifflichkeit „Einheiten“ für die psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP) konkretisiert. Demzufolge wird die pHKP in Form von Einheiten abgegeben, wobei eine Einheit 60 Minuten umfasst. Damit werde eine bundeseinheitliche Regelung geschaffen, deren zeitliche Bemessung dem Aufbau einer tragfähigen Beziehung und der Akzeptanz der notwendigen Pflege dienen soll. [Zur Meldung]

Impressum

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP)

Zeltinger Str. 9
50969 Köln
Telefon: (0221) 51 10 02
E-Mail: info(at)dgsp-ev.de
Internet: www.dgsp-ev.de
Vereinsregister: Hannover Nr. 3896
Geschäftsführer: Richard Suhre
Redaktion: Marie Schmetz
Kontakt: newsletter(at)dgsp-ev.de

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