Basiswissen Psychiatrische Pflege

Die Fortbildung dient der Erweiterung des Handlungsspielraums in der psychiatrisch-pflegerischen Arbeit.
Ein vertiefendes Basiswissen ermöglicht im Alltag fachkompetent zu handeln, das eigene Handeln zu begründen und entsprechend qualitativ pflegerische Angebote in Zusammenarbeit mit anderen Berufen für und mit psychisch erkrankten Menschen anzubieten.

Die Grundprinzipien der psychiatrischen Versorgung und die Basis psychiatrisch-pflegerischen Handelns hängen eng zusammen und sind Gegenstand der Fortbildung. Im Mittelpunkt stehen der Alltag und die Inhalte von Pflege, weniger Krankheitsbilder im Einzelnen. Die Fortbildung wird so angeboten, dass sie zu einzelnen Themen weiter vertieft und erweitert werden kann.

Grundlagen und Ziele

Ausgehend von einem umfassenden Verständnis psychischer Erkrankungen und der Haltung, dass psychisch erkrankte Menschen und ihre Angehörigen Experten für die jeweilige Erkrankung sind, jedoch unsere Unterstützung, unsere spezifischen Kenntnisse und unser pflegerisches Wissen und Handeln benötigen, sind u.a. folgende Inhalte relevant: 

  • Wissen und Kenntnisse über die Ursachen, Zusammenhänge und Therapie von psychischer Gesundheit und psychischen Erkrankungen sowie gemeindenahe Versorgungsstrukturen
  • Handlungsebenen und Zugangswege zum psychisch kranken Menschen
  • Theoretische Grundlagen psychiatrischer Pflege und deren Anwendung im Alltag
  • Akzeptanz, Verständnis und Einfühlungsvermögen im Umgang mit langfristiger psychisch erkrankten Menschen
  • Wissen, dass Konflikten oder Verhaltensweisen andere Ursachen zugrunde liegen können
  • Angehörige und das soziale Umfeld als wichtigen Faktor bei der Unterstützung von Gesundung und Krankheitsbewältigung erkennen und einbeziehen
  • Die Bedeutung von Nachsorge, Prävention, Angehörigen-, Betroffenen und Selbsthilfegruppen erkennen
  • Bedürfnisse, Neigungen und Interessen, Stärken und Schwächen von Betroffenen in den Mittelpunkt stellen
  • Hilfestellung anbieten, wie der Betroffene sein Leben mit der Erkrankung gestalten kann
  • Hilfsmittel und theoretische Grundlagen psychiatrischer Pflege, Kommunikation, Kooperation und Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und Einrichtungen

Kurzgefasst: Die Kursteilnehmer*innen sollen befähigt werden, Beziehung so zu gestalten, dass der Betroffene sich darauf einlassen und Anforderungen mit Hilfe bewältigen kann, dass Konflikte mit geeigneten Methoden ausgetragen werden können und der psychisch erkrankte Mensch so unterstützt, beraten und angeleitet wird, dass er sein Leben in seinem Rahmen wieder autonom und selbstständig gestalten und nach seinen Möglichkeiten gesunden kann.

Inhalte

Hier gibt es einen Überblick über die Inhalte, die natürlich der jeweiligen Kursgruppe angepasst werden. 

1. Blockseminar:

  • Ausgangspunkte psychiatrischer Pflege (z. B. pflegerisches Selbstverständnis, psychiatrische Erkrankungen aus pflegerischer Sicht, Versorgungsstrukturen und kommunale Vernetzung)
  • Grundhaltung (z. B. Selbstbestimmung, Werte und Normen, Selbstwahrnehmung, Arbeitsbeziehung)
  • Kommunikation (z. B. Bestandteile und Störungen des Kommunikationsprozesses, Feedback)

2. Blockseminar:

  • Evaluation: Wie wirkt psychiatrische Pflege? (z. B. Evaluationsmöglichkeiten, Pflegediagnosen, Pflegephänomene und pflegerisches Handeln)
  • Pflegerische Beziehung (z. B. pflegerische Zugangswege, Beziehungs- und Milieugestaltung)
  • Pflegerische Modelle und Theorien

3. Blockseminar:

  • Reflektiertes Handeln im pflegerischen Kontakt (z. B. unterschiedliche Rollen, kulturelle Aspekte, Chronisch-Krank-Sein)
  • Alltagsaufgaben in der psychiatrischen Pflege ( z. B. Lebenssituation und Umfeld, Gesundheitsförderung, Tages- und Wochenstruktur, Psychopharmaka)

4. Blockseminar:

  • Aktuelle gesundheits- und psychiatriepolitische Fragestellungen
  • Vertiefende und offene Themen je nach Interesse
  • Fachgespräch, Präsentation und Auswertung

Zeitrahmen

Die Weiterbildung umfasst 90 Stunden:

  • 4 Seminarblöcke mit je 18 Stunden
  • 1 Tag Hospitation (in einem anderen Arbeitsbereich) (8 Stunden)
  • Aufgaben zwischen den Seminarblöcken (10 Stunden)

Die Weiterbildung schließt mit einem Fachgespräch und einer Präsentation ab und wird mit einem Zertifikat bescheinigt. 

Bewerbung und Teilnahme

Kurse finden je nach Bedarf in unregelmäßigen Abständen am Standort Frankfurt a.M. statt. 

Bei Fragen zu dieser Fortbildung melden Sie sich gerne in der DGSP-Geschäftsstelle telefonisch unter 0221-51 10 02 oder per E-Mail unter info(at)dgsp-ev.de

Grundlagenliteratur

Schädle-Deininger (2008): Psychiatrische Pflege (Basiswissen), 2. Auflage, Köln: Psychiatrie Verlag.