Komplementäre Nachsorge für psychisch kranke Straftäter

► Kursstart: August 2022 | Hamburg

Die einjährige Fortbildung dient der Professionalisierung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verschiedener psychosozialer Einrichtungen, die sich ihrer Verantwortung für (ehemals) forensische Patienten stellen und damit zu einer bedarfsgerechten Versorgung in der Region beitragen wollen. Der Kurs vermittelt mit viel Praxisbezug Grundkenntnisse über Besonderheiten der Behandlung und Rehabilitation im Maßregelvollzug. Er bietet »Handwerkszeug« für personenzentrierte Hilfen bei (ehemals) forensischen Patienten und trägt zur Reflexion der eigenen Haltung bei. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat bescheinigt.

Maximale Teilnehmerzahl: 20

Infoblatt mit wichtigen Infos im Überblick

Zielgruppe

Die sozialpsychiatrische Fortbildung wendet sich vorrangig an Mitarbeitende in ambulanten und stationären Einrichtungen des komplementären Hilfesystems, auch der Straffälligenhilfe, die (ehemals) forensische Patienten in den verschiedenen Lebenskontexten betreuen.

Hierdurch soll die gemeindenahe Versorgung psychisch kranker Straftäter gefördert und die Zusammenarbeit bei Entlassung und Wiedereingliederung zwischen den Kliniken des Maßregelvollzug und den Fachleuten aus den psychosozialen Berufsfeldern (auch Mitarbeitende aus Werkstätten und Ergotherapie sowie gesetzliche Betreuer) weiter entwickelt und qualifiziert werden.

Der Kurs wendet sich ausdrücklich auch an Mitarbeitende der Bewährungshilfe und Führungsaufsicht.

Inhalte

  • Juristische Rahmenbedingungen
  • Historische Voraussetzungen und die aktuelle Versorgungsstruktur des Maßregelvollzuges
  • Ethische Grundsatzfragen der Arbeit mit psychisch kranken Straftätern
  • Deliktsformen und spezifische Störungsbilder im Maßregelvollzug
  • Behandlungskonzepte: deliktsspezifische und störungsspezifische Therapieformen
  • Typische Behandlungsverläufe in der Unterbringung
  • Rehabilitation und Nachsorge
  • Einblick in den forensischen Alltag und in die Lebenswelt der Patienten
  • Reflexion der eigenen Haltung und bisheriger Arbeitsweisen vor dem Hintergrund der speziellen Problematik forensischer Patienten
  • Personenzentrierte Handlungskompetenzen
  • Aktive und strukturierende Behandlungskonzepte
  • Systemisches Arbeiten
  • Krankheits- und Deliktprävention

Informationsbroschüre zum Kurs Komplementäre Nachsorge

Zeitrahmen

Die Fortbildung ist folgendermaßen zeitlich strukturiert:

  • Präsenzseminare an 12 Tagen, unterteilt in 4 Kursblöcke
  • Jeder Kurstag umfasst 8 Unterrichtsstunden
  • Kurstage jeweils von Mittwoch bis Freitag, bzw. Dienstag bis Freitag
  • Kleingruppentreffen (20 Stunden)
  • Exkursion und Hospitation

Die Fortbildung läuft über 1 Jahr und umfasst insgesamt 164 Stunden.

Termine

  • 17. – 19. August 2022            im Rudolf-Steiner-Haus, Hamburg          
  • 01. – 04. November 2022      im Klinikum für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Bremen-Ost
  • ​​​​​​​22. – 24. Februar 2023         im Rudolf-Steiner-Haus, Hamburg
  • 10. – 12. Mai 2023                im Rudolf-Steiner-Haus, Hamburg

Anmeldung und Teilnahme

Die Teilnahme setzt einen qualifizierten Abschluss in einem psychosozialen Grundberuf voraus und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung.

Wenn Sie sich für die Fortbildung interessieren, melden Sie sich bitte in der DGSP-Geschäftsstelle:

DGSP-Geschäftsstelle
Zeltinger Straße 9
50969 Köln
Tel.: 0221 511002
Fax: 0221 529903
E-Mail: info(at)dgsp-ev.de

Kursleitung

Dr. Friedhelm Schmidt-Quernheim, Diplompädagoge. Seit 1980 therapeutisch im stationären Maßregelvollzug der LVR-Klinik Düren tätig; seit 1990 maßgeblich an Aufbau und Entwicklung ambulanter foren­sischer Nachsorge im Rhein­land beteiligt. Wissenschaftliche Tätigkeit am Forensischen Institut des Uniklinikums Essen; therapeutische Zusatz­ausbildungen. Zahlreiche Publikationen zur foren­sischen Nachsorge; Mitautor des Grund­lagen­werkes »Praxisbuch Forensische Psychiatrie – Behandlung und ambulante Nachsorge im Maßregelvollzug« (Hogrefe Verlag, Göttingen; 3. vollst. überarb. u. erw. Auflage 2018). Bis 2020 Referent für Nach­sorge beim Landesbeauftragten für den Maß­regel­vollzug NRW. Seitdem freiberufliche Arbeit als Berater und Supervisor in gemeindepsychiatrischen Settings und Klinik; umfangreiche Fortbildungstätigkeit und Unterstützung bei Konzept- und Projektentwicklung. Es werden Fachreferent*innen hinzugezogen.

Interview mit F. Schmidt-Quernheim

Seminargebühr

Die Kosten der Fortbildung belaufen sich auf

  •  2.300,- € für Nicht-Mitglieder                        
  • 2.000,- € für DGSP- Mitglieder
    ​​​​
     zzgl. 50,- € Anmeldegebühr.

Hinzu kommen die Tagungshauspauschalen.

Hinzu kommen Kosten für Unterkunft und Verpflegung im Tagungshotel.

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