Von der Behandlung zur Begleitung

Mit dem Einzug von Versorgungskonzepten wie Recovery und Empowerment in die psychiatrische Versorgung verändert sich zunehmend das Arbeitsverhältnis von Nutzenden und Professionellen psychiatrischer Dienstleistungen. Die früheren paternalistischen Konzepte von Behandlung weichen Formen von Begleitung, bei denen Professionelle eine supportive Rolle einnehmen.

Im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention haben Forschende und Nutzende den Ansatz der unterstützten Entscheidungsfindung entwickelt, der Menschen mit Behinderungen eine klare Asymmetrie zu ihren Gunsten in der Beziehung zu Professionellen zukommen lässt. In der psychiatrischen Versorgungspraxis gibt es erste konzeptionelle Entwicklungen, die innerhalb des Workshops vorgestellt werden, und zwar aus dem stationären wie auch aus dem ambulanten Sektor.

Komplettiert wird die Veranstaltung durch Erfahrungen und Perspektiven aus der Nutzendensicht sowie durch theoretische Überlegungen zu einer Weiterentwicklung des Personenzentrierten Ansatzes.

Referent*innen

Jann E. Schlimme ist in Berlin als Psychiater und Psychotherapeut mit den Schwerpunkten ambulanter Psychosenpsychotherapie und Psychosebegleitung tätig. Außerdem ist er Privatdozent für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover und hat verschiedene Lehraufträge für Sozialpsychiatrie. 

Lieselotte Mahler, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie

Dirk Richter ist Soziologe und Pflegefachmann und arbeitet wissenschaftlich am Zentrum Psychiatrische Rehabilitation der Universitären Psychiatrischen Dienste Bern und am Departement Gesundheit der Berner Fachhochschule. Forschungsschwerpunkte sind Wohnrehabilitation, Arbeitsrehabilitation, Sozialpsychiatrie und psychiatrische Epidemiologie.