Aktuelle Ausgabe der Zeitschrift »Soziale Psychiatrie«

Auf dieser Seite finden Sie Inhaltsangabe sowie ausgewählte Artikel der aktuellen Ausgabe unserer verbandseigenen Zeitschrift »Soziale Psychiatrie«. Die Zeitschrift kostet 10€ und ist ebenfalls im Abonnement (34€ inkl. Zustellung) erhältlich. Beides (Einzelausgabe und Abo) können Sie in unserer Geschäftsstelle anfordern.

Ausgabe 4/2016: »Teilhabe durch Arbeit?!«

Liebe Leserinnen und Leser,

Teilhabe durch Arbeit?! Auch nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 gehört der Verlust des Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes immer noch zu den gravierendsten Folgeproblemen einer psychischen Erkrankung. Zwar hat sich im Laufe der Psychiatriereform die Behandlungs- und Versorgungssituation für Menschen mit psychiatrischer Diagnose sehr verbessert, bis heute ist es für den größten Teil der betroffenen Menschen aber nicht möglich, im Anschluss an eine schwere Krise beruflich wieder Fuß zu fassen.
Auch in der DGSP war die Frage der beruflichen Rehabilitation lange Zeit eher ein Randthema, bis durch die Gründung des DGSP-Fachausschusses Arbeit und Beschäftigung im Jahre 2004 das Thema aktiv in die Verbandsarbeit hineingetragen wurde. Mehr zu den Positionen und den Aktivitäten des Fachausschusses auf Seite 40.

In dieser Ausgabe betrachten wir das Thema Arbeit und psychische Erkrankung aus unterschiedlichen Perspektiven.
In einem einführenden Überblick (S. 4) präsentiert die Autorengruppe Gühne/Becker/Riedel-Heller eine Kurzfassung ihrer im Auftrag von DGPPN und Gesundheitsstadt Berlin e.V. erstellten Expertise zur Arbeitssituation (schwer) psychisch erkrankter Menschen und deren Chancen auf berufliche Teilhabe. Ihr Fazit: »Von gelingender beruflicher Inklusion sind wir trotz UN-BRK noch weit entfernt.
Drei weitere Beiträge thematisieren die Auseinandersetzung um die Existenzberechtigung der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Brauchen wir sie? Oder sind Werkstätten »Sonderwelten«, die nach Maßgabe der UN-BRK abgeschafft gehören? Welche Alternativen gibt es zur (herkömmlichen) WfbM, und welche Reformen sind notwendig? Bringt der heftig in der Kritik stehende Regierungsentwurf zu einem neuen Teilhabegesetz eher Chancen oder Nachteile für die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten der Betroffenen? Lesen Sie hierzu die Positionen von Manfred Becker (S. 14), Anton Senner (S. 17) und der Autorengruppe der ›Brücke Neumünster‹ (S. 20).

Wer als »nicht werkstattfähig« gilt, d.h. den Arbeitsanforderungen einer WfbM aufgrund von Einschränkungen nicht gerecht werden kann, hat mancherorts die Möglichkeit, im Bereich »Zuverdienst« tätig zu werden. So sind in den letzten Jahren zahlreiche kreative Zuverdienstprojekte mit durchaus nachahmenswertem Charakter entstanden. Hier drei Beispiele: Michael Scheer berichtet von der Arbeit der Bremer Gemüsewerft, Alice Buck hat die Berliner Alfred-Döblin-Bibliothek mit Zuverdienern aufgebaut, und Christina Stoppa reflektiert kritisch ihre Erfahrungen mit Zuverdienstfirmen des Leipziger Psychiatriebetroffenenvereins Durchblick.

Natürlich darf in diesem Heft das »boomende« Beschäftigungsfeld EX-IN nicht fehlen. Uns hat interessiert: Wie erleben EX-INler, die als Genesungsbegleiter tätig sein, ihre Arbeitssituation? Dazu haben EX-INler auf einer Tagung in Halle (Saale) ihre Erfahrungen ausgetauscht (S. 33). Und Gwen Schulz betrachtet unter der Fragestellung »Konkurrenz oder Kooperation?« ihre Tätigkeit als Genesungsbegleiterin in einer Hamburger Klinik (S. 36).

Und wie steht’s mit dem »Lob der Faulheit«? Ist Arbeit wirklich »das halbe Leben«? Nicht wenige Psychiatrie-Erfahrene sind herzlich froh über ihre Berentung und streben weder zurück auf den Arbeitsmarkt noch in werkstattähnliche Strukturen. Doch faul sind sie deswegen noch lange nicht. Lieber machen sie Musik, malen, schreiben, veranstalten Seminare, geben ihre Erfahrungen in Selbsthilfegruppen weiter … SP-Redaktionsmitglied Brigitte Siebrasse hat sich an das Thema herangewagt und bekennt: »Ich möchte lieber nicht!«

Als Beilage in diesem Heft finden Sie das DGSP-Kurzfortbildungsprogramm 2017 mit fast 70 Seminarangeboten aus allen Bereichen der Sozialpsychiatrie. Anmeldungen zum Frühbucherpreis sind ab sofort möglich.

Und nun wünschen wir Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns auf Ihre Zuschriften.Für die RedaktionMichaela Hoffmann

E-Mail: michaela.hoffmann(at)dgsp-ev.de

Inhalt der aktuellen Ausgabe:

Teilhabe durch Arbeit?!

Uta Gühne u.a.
Arbeit und Beschäftigung schwer psychisch erkrankter Menschen in Deutschland

Thomas R. Müller
»Beschäftigung also ist die Universal-Medizin«
Arbeitstherapie und Arbeit in der Geschichte der Psychiatrie

Manfred Becker
»Kosten im Fokus – nicht Qualität und Teilhabe!«
Budget für Arbeit und Bundesteilhabegesetz

Anton Senner
Emanzipation von der Institution …
… oder wie viel Werkstatt braucht die Inklusion?

Michael Asmus u.a.
Werkstätten, Arbeitsprojekte & Co als notwendige Lernfelder und Schutzräume
Ein Beitrag zur fahrlässigen Diskussion über Sonderwelten

Michael Scheer
Von Landwirten zu Stadtwirten
Der Zuverdienstbetrieb Gemüsewerft in Bremen

Alice Buck
Patienten helfen Patienten
Zehn Jahre Alfred-Döblin-Bibliothek – ein Zuverdienstprojekt für psychisch erkrankte Menschen

Christina Stoppa
Enthusiasmus und Ernüchterung
25 Jahre Erfahrungen mit Arbeits- und Zuverdienstprojekten im Leipziger Durchblick e.V.

Thomas R. Müller
Nicht Profis, aber gleichwertige Mitarbeiter
Zu den Arbeitserfahrungen von Genesungsbegleitern – ein Tagungsbericht aus Halle

Gwen Schulz
»Nebeneinander oder miteinander, Konkurrenz oder Kooperation?«

Als Genesungsbegleiterin in der Psychiatrie – über Rollenkonflikte und  Herausforderungen

Aktiv in der DGSP: Fragen an den Fachausschuss Arbeit und Beschäftigung

Brigitte Siebrasse
»Ich möchte lieber nicht«

Zwischenruf mit »Bartleby« und anderen Querköpfen

Das neue Bundesteilhabegesetz – eine Chance für inklusive Arbeit?
Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Integrationsfirmen

Europaweit vernetzt: CEFEC
Zivilgesellschaftliche Entwicklung fördern durch den Zusammenschluss von Beschäftigungsinitiativen – ein Interview mit Christiane Haerlin

Beobachtungen & Erfahrungen

Svenja Bunt
Betroffenenkontrolliert geht auch!

Shirin Moghaddari
In die Offensive gehen!
Bericht von der Tagung »Psychose-Begleitung und Neuroleptika« in Bad Honnef

DGSP intern

Richard Suhre, Michaela Hoffmann
Neues aus der DGSP

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